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Der Sitzungssaal des Auerbacher Rathauses Diesen
herrlichen Raum im zweiten Stockwerk gibt es erst seit dem Umbau des Rathauses
in den Jahren 1927-1929. Ludwig Haimerl hat
"die gute Stube der Stadt Auerbach" sehr schön ausgemalt. Schon im Vorraum fallen die gemalten Spruchweisheiten über den drei Türen auf:
Der eigentliche Sitzungssaal des Auerbacher Rathauses ist nicht nur wegen seiner Größe von etwas über 100 Quadratmetern bemerkenswert.
Zwischen der gewölbten Holzdecke und Seitenverkleidung aus gleichem Material läuft ein gemalter Fries mit reicher Ornamentik, z.B.
In die Ecken hat Ludwig Haimerl verschiedene Zunftzeichen angebracht. Sie erinnern daran, dass die Zünfte im Mittelalter eine große Bedeutung hatten.
Auch die Wappen einiger berühmter Auerbacher Geschlechter sind in diesen Fried eingebunden, z.B. die der Stromer und der von Schenkl.
An die Ost- und Westseite malte der mit seiner Familie in Rauhenstein wohnende und in der Volksschule Ranna unterrichtende Lehrer Ludwig Haimerl jeweils ein großes Wandgemälde.
An der Rückwand über dem Eingang des Sitzungssaales ist eine Jagdszene auf den Auerochs, der wie schon gesagt nachweisbar seit etwa 1400 Wappentier von Auerbach ist, dargestellt.
Anton Lodes ist der Vater des bekannten Malers Rudolf Lodes, der seine Kindheit in diesen Räumen verbrachte, denn die Familie wohnte bis zum Umbau des Rathauses in diesem 2. Stockwerk. Die Stirnseite (siehe ganz oben; Foto Michael Bierl) zeigt einen Einzug des Kaiser Karls IV. im Jahre 1364.
Übrigens haben Bürgermeister, Räte und andere Männer der Stadt Maler Haimerl bei seiner Arbeit Modell gestanden, und sind so, wenn auch anders als der Amtsrat, ebenfalls verewigt. Unterhalb des Gemäldes "Begrüßung Kaiser Karls IV. durch den Rat der Stadt Auerbach anno 1364" sind noch das bayerische und das pfälzische Wappen in den umlaufenden Fries gemalt.
Bemerkenswert ist auch der große, kunstgeschmiedete Deckenleuchter, der in der Mitte des Saales hängt; er soll aus einer Münchner Werkstätte stammen.
Da das Licht bei den Ratssitzungen nicht ausreichte, wurde vor einigen Jahren zusätzlich eine moderne Halogenbeleuchtung eingebaut. Im Jahre 1980 wurden die Gemälde des Sitzungssaales von einem Kirchenmaler aufgefrischt. Dabei wurden auch die Wappen der bis 1978 selbständigen Gemeinden Michelfeld und Nitzlbuch angebracht; die anderen eingemeindeten Orte führten keine eigenen Wappen.
letzte Bearbeitung dieses Artikels am 23. April 2010 |