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Die „Alte Stadtschreiberei“ Mittelpunkt und Kern des 1144, also vor über 850 Jahren, entstandenen Marktfleckens Auerbach war zweifelsohne die im selben Jahr anlässlich der Pfarreierhebung auf einem noch heute erkennbaren Hügel erbaute hölzerne Pfarrkirche St. Jakobus. Rund um diese zentrale Erhebung gruppierten sich die Häuser, wuchs die Marktgemeinde. Dieser markante Gotteshausbezirk hatte durch etwa zwei Jahrhunderte derart in der Gedankenwelt der „Marktbürger“ Fuß gefasst, dass nach der Stadterhebung anno 1314 selbstverständlich auch das Rathaus an dieser hervorragenden Stelle erbaut werden musste. Es war dies die um 1315 errichtete und knapp sieben Jahrhunderte später (1970) abgerissene „Alte Stadtschreiberei“. Die Errichtung des heutigen Hauses Oberer Marktplatz 11 durch einen Auerbacher Bürger wurde in der letzten Sitzung des Jahres 1994 im Stadtrat mit Mehrheit genehmigt.
Im Erdgeschoss der „Alten Stadtschreiberei“, dem ersten Rathaus unserer Stadt, waren im Laufe der Jahrhunderte u.a. Kaufläden, ein Goldschmied, die städtische Freibank und ein Kuhstall für den lateinischen Schulmeister untergebracht. Vor dem Gebäude zum Marktplatz hin stand einst der Pranger oder die Schandsäule, wohin Verleumder, Diebe und andere Verbrecher zur abschreckenden Schau gestellt wurden.
Etwa 100 Jahre danach beklagte sich Pfarrer Konrad
Dyemar beim Landesherrn Pfalzgraf Johann von
Neumarkt (1404 bis 1443) über
insgesamt 13 Streitfälle mit dem Stadtmagistrat. Einer der Klagepunkte war, dass bei
der Errichtung des Rathauses, vielleicht auch erst bei einer möglichen
Erneuerung nach der Einnahme und der damit verbundenen weitgehenden Zerstörung
Auerbachs durch Ruprecht von der Pfalz
(Vater des o. g. Pfalzgrafen Johann von Neumarkt) am 23. September 1400, ein Streifen des
Kirchenvorplatzes überbaut worden sei.
Zusammen mit der "Büttelei" (später auch "alte Post" genannt) rechts schloss das erste Rathaus der Stadt (links) in imposanter Weise den Marktplatz nach Osten zur mächtigen Pfarrkirche hin ab. (Detail einer Ansichtskarte, um 1910, Archiv Ludwig Götz) |