Westlager
Home Nach oben

 

 

 

 

 

 


 

 

Das „Westlager“
oder „Lager Bernreuth“

Die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland am 16. März 1935 brachte die Notwendigkeit mit sich, für die Soldaten zum einen genügend Übungsraum und zum anderen dort entsprechend viele Unterkünfte zu schaffen.

Das Reichskriegministerium ordnete deshalb mit Erlass vom 28.2.1936 die umgehende Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr nach Westen hin an.

Die Planung
Ein weiterer Erlass, diesmal durch das OKH (Oberkommando Heer), vom 15.5.1936 bestimmte: „Im erweiterten Truppenübungsplatz Grafenwöhr sind insgesamt 3 Lager vorgesehen.

a) das Hauptlager oder auch Ostlager genannt, mit einer Unterbringungskapazität für eine Infanteriedivision,
b) das Westlager, mit einer Unterbringungskapazität für eine Panzerdivision und mit einem zusätzlichen Stallraum für die Pferde von 2/3 einer Infanteriedivision; das ist eine Unterbringungskapazität von 626 Offizieren, 11.524 Mann und 2.195 Pferden.
a.   Lage: im Raum Dornbach - Zogenreuth – Auerbach - Bernreuth
b.  Raumbedarf: Für diese Unterbringungskapazität ist ein Raumbedarf von 150 ha erforderlich.
c.   Bahnanschluss: Geplant ist die Errichtung eines besonderen Lagerbahnhofs im Anschluss an die Strecke Hersbruck - Auerbach unter gleichzeitigem Ausbau der Strecke ab Bahnhof Ranna für eine Tagesleistung von 24 Militärzügen.
c) Das Südlager mit einer Unterbringungskapazität eines verstärkten Infanterieregiments ... im Raum Altneuhaus ...“
(1 Ordner I, Seite 171)

In dem durch das OKH für das Westlager vorgesehenen Raum wurden umgehend Untersuchungen nach einem geeigneten Gelände durchgeführt. Ergebnis war, dass nur südlich von Bernreuth eine sehr günstige Lage ist.

Ablösung des Dorfes Bernreuth
Durch die Festlegung des Standorts für das Westlager im Juni 1936 wurde eine erneute Korrektur der Westgrenze des Truppenübungsplatzes und damit die Ablösung der Ortschaft Bernreuth notwendig, wogegen die RUGes *  (Reichsumsiedlungsgesellschaft) keine Einwände hatte.

* Die Reichsumsiedlungsgesellschaft (RUGes) war 1935 als Vollzugsorgan der Reichsstelle für Landbeschaffung für die Neuansiedlung oder Entschädigung von für Zwecke der Wehrmacht enteigneten Grundbesitz eingerichtet worden. Grundlage dafür bildete das Gesetz über die Landbeschaffung für Zwecke der Wehrmacht vom 29. März 1935. Neben der Zentralstelle in Berlin bestanden im gesamten Reichsgebiet verteilt rund 50 Zweig- und Nebenstellen für den Landankauf; eine davon war in Eschenbach. Darüber hinaus gab es 10 Güteroberverwaltungen, 87 Gutsverwaltungen und 20 örtliche Hoch- und Kulturbauleitungen.

Die ersten Ablösungsverträge zwischen dem Deutschen Reich, vertreten durch die RUGes, und den bisherigen Grundstücks- und Anwesenbesitzern wurden im Oktober 1936 geschlossen, die letzten im Mai 1938.

Die Anwesensbesitzer von Bernreuth bekamen bald "Post" von der RUGes, die nichts Gutes bedeutete.

Die meisten der abgelösten und größtenteils von ihren ehemaligen Bewohnern verlassenen Häuser des Dorfes Bernreuth (aus 2, Seite 93) wurden etwas hergerichtet, mit Tarnfarbe angestrichen und in den nächsten Jahren wie folgt belegt bzw. genutzt:

HausNr

Nutzung

1

Wohnung des Bauingenieurs Kraft

4

Standort-Verwaltung und Wache

8

Wohnung für die Bauingenieure Jasper und Klein

13

Wohnungen für Offiziere

14

Wohnungen für Offiziere

15

Werkstatt für den Telefonbau

17/18

Wohnungen für die Bauingenieure Krüger und Spörl

19

Wohnung für den Leiter der Nebenstelle Bernreuth der Truppenübungsplatz-Kommandantur Major der Reserve Wurm; (seine Nachfolger waren Major Tschammer von Osten und Hauptmann Dr. Ludwig Merkl aus Schlicht)

20

Schmiedewerkstatt

22

Dienststelle der Heeresneubauleitung
und Telefonvermittlung

23

Postamt und Kommandantur

24

Wohnung für den Dienststellenleiter Brömer

27

Polizeistation

28

Wohnung für den Telefonisten und späteren Polizisten Wellnhammer

29

Wohnung für Max Lorenz, Telefonbauer

31

Kanzlei der Gemeinde Ebersberg

32

Wohnung für den Telefonisten Dietl

34/35

Wohnungen für Polizisten

Die anderen Häuser wurden z. T. noch von den früheren Eigentümern, welche im Lager Arbeit gefunden hatten, bewohnt, oder sie wurden gleich abgerissen.

Baubeginn
Zur Unterbringung der Bauarbeiter für das Westlager begann man Anfang 1937 nördlich von Bernreuth mit der Errichtung eines Arbeiterlagers für 1.400 Personen. Innerhalb weniger Monate standen zwölf Baracken mit einer Größe von je 40 mal 12 Meter sowie drei Wirtschaftsbaracken mit Küchen und Speisesälen. Der Verwalter des Lagers hieß Ludwig St. und stammte aus Auerbach. Die zahlreichen Arbeiter waren u. a. vorgesehen für den Bau des eigentlichen Westlagers, von Schussbahnen, Zieleinrichtungen und Bunkern. So wurde auch ein Bunker der französischen Maginot-Linie nachgebaut, an dem die deutschen Soldaten dessen Erstürmung üben konnten.

Die Maginot-Linie war ein Befestigungsgürtel im Nordosten Frankreichs, angelegt in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts unter dem französischen Kriegsminister André Maginot. 

Das neu zu errichtende Westlager sollte am 1. Mai 1938 zu einem Drittel belegbar sein, schrieb das OKH im Juli 1937 fest. Doch schon wenige Monate später, am 21.10.1937, musste der Bau des Westlagers infolge Baustoffmangels - insbesondere fehlte das Eisen - zurückgestellt werden. Das bereits fertige Arbeiterlager wurde der Kommandantur des Truppenübungsplatzes zur Unterbringung von Truppen zur Verfügung gestellt.
Ein Jahr später, am 20.12.1938, verfügte die zuständige Wehrkreisverwaltung XIII, die Unterkünfte nahezu ausnahmslos in Holzbauweise zu errichten und die Straßen des geplanten Westlagers wie vorgesehen zu bauen. Zudem sollte die Kapazität des Arbeiterlagers um 1.000 Plätze auf 2.400 aufgestockt werden. Doch der Plan „Holzbauweise“ scheiterte an der Bereitstellung der großen Holzmenge, und deshalb wurde auch der Bau der Straßen und Wege wieder zurückgestellt.

Der 2. Weltkrieg

Am 1. September 1939 verkündete Hitler
vor dem deutschen Reichstag in Berlin,
dass die deutsche Wehrmacht
um 5.45 Uhr in Polen einmarschiert sei,
dass seither „zurückgeschossen” werde.
Mit diesem Überfall auf Polen
– dem keine Kriegserklärung
vorausgegangen war – 
begann der 2. Weltkrieg.

Bei Kriegsbeginn war vom geplanten großen Westlager Bernreuth nur das Arbeiterlager mit 2.400 Quartieren vorhanden. Das Bauamt Grafenwöhr erhielt deshalb von den zuständigen Stellen den Auftrag, auf dem vorgesehenen Gelände unverzüglich Arbeitsdienstbaracken für ein verstärktes Infanterieregiment zu erstellen. So wurde statt der ursprünglich vorgesehenen Steinbauten bis zum Ende des Krieges ein Barackenlager mit einer Fläche von rund 1 mal 1,5 km errichtet, das bis zu 12.000 Soldaten und 2.000 Pferde aufnehmen konnte. Zu den wenigen gemauerten Gebäuden gehörten Waffenmeistereien, Schmieden und ein Lazarett für Pferde.

Das „abgespeckte“ Westlager bestand hauptsächlich aus einzelnen Blocks, die sich aus je drei Wohnbaracken für die Soldaten, einem Stabsgebäude und einer Wirtschaftsbaracke mit Küche und Kantine zusammensetzen. Die einzelnen Kantinen wurden von Zivilisten bewirtschaftet, u. a. den Familien Gebhardt, Leißner, Schriefer, Niebler und Kugler.

1

Arbeiterlager

7

Waffenmeisterei

2

Eingang Westlager

8

Hufschmiede

3

Theater

9

Pferdeställe

4

Kino

10

Pferdelazarett

5

Offiziersheim

11

Schleppdächer

6

Pferdetränken

 

Kantine 1 im Westlager Bernreuth (Foto aus 5)

Im Frühjahr 1940 kamen die ersten Truppen für die Unterbringung im Westlager mit Wehrmachtszügen am Bahnhof Auerbach an und marschieren in langen Kolonnen Richtung Bernreuth. Es soll sich dabei u. a. um Teile des Regiments „Großdeutschland“, eine Eliteeinheit, welche vom Polenfeldzug zum Ausruhen heimkehrte und Tausende von Beutepferden mit sich führte, gehandelt haben. Da die Pferdeställe im Westlager noch nicht fertig waren, wurden die Pferde einstweilen im Wald östlich von Bernreuth angebunden.

Der 1. Kommandant des Westlagers
Major Wurm
(Mitte)
und der letzte Hauptmann Dr. Merkl
aus Schlicht (links).

Im Frühjahr 1942 wurde eine Schallmess-Batterie nach Bernreuth verlegt, welche bis Kriegsende blieb. Ihre Aufgabe war die Ausbildung von Unteroffizieren zum „Orten eines feindlichen Geschützes zwecks Bekämpfung“.
Später kamen u. a. die SS-Division Wiking und die spanische „Blaue Division“, die für den Russlandfeldzug ausgebildet wurde, nach Bernreuth.

Mehrmals fand im Westlager ein "Wehrmachtstag" wie hier 1943 statt. Am diesem "Tag der offenen Tür" hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, die gesamte Anlage zu besichtigen. (Foto aus 5)

Von April bis Juli 1942 sowie im Sommer 1943 waren im Lager SS-Truppen und Fallschirmjäger untergebracht, außerdem Holländer, Dänen, Norweger, Finnen, Flamen, Italiener, Ungarn, Türken und Mongolen. 1944 lag sogar die russische Befreiungsarmee des General Wlassow, oder zumindest Teile dieser, in Bernreuth. Einige der Russen, besonders Verwundete, welche nicht mehr fronttauglich waren, blieben nach dem Krieg in Auerbach.

„Mit den Soldaten kommt auch der Ärger. Auf den Wiesen werden Exerzierübungen durchgeführt, bebaute Äcker als „Panzerstraßen“ benutzt, ganze Gartenzaunreihen flachgelegt: Anfang 1941 wird der Zaun des J. B. Schindler (Nitzlbuch 12) auf eine Länge von 45 m mit 9 Zementsäulen umgeworfen und Michael Eisend (Nitzlbuch 14) muß gar 70 m Zaun mit 14 Zementpfosten reparieren, 11 dieser Pfosten waren mit Gewalt abgesprengt worden. Auf einem privaten Waldgrundstück werden 4 MG-Nester angelegt und für deren Tarnung 28 Föhren abgebrochen.
Auch in ihrer Freizeit sind manche Soldaten rabiat. Oft streifen sie nachts betrunken durch die Dörfer, zerschlagen Flaschen, werfen Fässer in die Teiche, mißhandeln die angeketteten Hunde mit Stangen und Steinen, ... . Die Dorfbewohner werden oftmals morgens gegen 2 Uhr durch dröhnende Schläge an die Haustüren aus dem Schlaf gerissen, die Soldaten verlangen Eier. Da man ihnen auch wegen der verschärften und kontrollierten Eierabgabe keine gibt, werfen sie Steine durch die Fenster (z.B. bei Adelhardt, Geyer, Eisend und Friedl). Bei einem dieser Würfe treffen sie den alten Friedl am Gesicht, dem Adelhardt droht man mit dem Anzünden des Hofes, und einmal wird ein Bauer gar mit der Pistole bedroht. ... Das Verhalten der im Westlager liegenden SS-Einheiten ist ebenfalls wenig diszipliniert. Wenn sie Ausgang haben, und sie haben Ausgang bis zum Wecken, schwärmen sie in die umliegenden Orte und Gast­stätten aus und fühlen sich in ihrer Uniform wie Halbgötter. So beschwert sich z.B. der Auerbacher Bürgermeister Huber am 7.8.1943 in einem Brief an die Kommandantur des
Truppenübungsplatzes: ...“ (4, Seite 617 f)

Die Nähe des Westlagers und die Präsenz der Truppen hatte natürlich auch eine positive Seite für Auerbach: „Die Anwesenheit von vielen tausend Soldaten brachte Arbeitsplätze in die Gemeinde, waren es nun Bauarbeiter, Schreiner, Köche, Putzfrauen, Kompanieschreiber, Schneider usw.. Da die Soldaten sehr gut mit Lebensmitteln versorgt waren, profitierte auch die Bevölkerung davon. Das Militärlager war z.T. eine offene Stadt, in der man spazieren gehen konnte. In der Nähe des Eingangs, beim Haus Bernreuth 30, wurde ein Kino errichtet, in das jedermann kostenlos Zutritt hatte, was besonders von den Kindern ausgiebig genutzt wurde.“ (4, Seite 621)

Im Lager Bernreuth wurden von Januar 1945 bis zum Kriegsende u.a. ungarische Verbände neu zusammengestellt und ausgerüstet. Unter ihnen war als Militärgeistlicher im Range eines Hauptmanns Gabor Vargha. Nach dem Krieg betreute dieser vom Kloster Michelfeld aus die katholischen Ungarn der Diözesen Bamberg, Würzburg, Regensburg und Eichstätt. Monsignore Vargha starb hochbetagt im Jahr 2002 und fand auf dem Klosterfriedhof Michelfeld seine letzte Ruhestätte.

Die Amerikaner marschieren ein
Am 19. April 1945 besetzten Truppen der 11. US-Panzerdivision des XII. Korps der 3. US-Armee Lager und Stadt Grafenwöhr. Sie waren über Forchheim, Pegnitz und Auerbach an die Westgrenze des Truppenübungsplatzes vorgestoßen und hatten zunächst das Westlager bei Bernreuth eingenommen, wo zu diesem Zeitpunkt schon kein deutscher Soldat mehr war.

Am 20. April 1945 übergab der Kommandant des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr General Rupprecht in seinem Gefechtsstand in der Nähe des Gefangenenfriedhofs den gesamten Platz und damit auch das Westlager Bernreuth an die Amerikaner.

Diese ersten Kampftruppen der US-Armee blieben nur kurze Zeit in Bernreuth und zogen bald weiter.
An ihre Stelle kam kurz darauf ein amerikanisches Versorgungs- und Nachschubbataillon, das aus etwa 800 – 1.000 farbigen Soldaten bestand und mehrere Monate blieb; die US-Army trennte ihre Truppen damals noch streng nach der Hautfarbe. Sie zogen ins ehemalige Arbeiterlager ein, da das Militärlager bereits als Gefangenenlager vorgesehen und reserviert war.
Diese amerikanische Nachschubeinheit hatte gleichsam als „Nachhut“ Hunderte von deutschen Frauen und Mädchen dabei, die sich ihnen angeschlossen hatten. „Dies waren z.T. echte Freundinnen, aber auch sogenannte leichte Mädchen, welche sich in der kargen Nachkriegszeit aus der Bekanntschaft mit einem US-Soldaten Geld und Verpflegung versprachen, den Soldaten überall hin folgten und im derben Volksmund den Spitznamen „Amischicksen“ trugen. In Nitzlbuch und Bernreuth waren zeitweise sämtliche Scheunen und Schupfen voll von ihnen. Die Führung der US-Armee befürchtete eine Ansteckung von Geschlechtskrankheiten und „fing“ die Mädchen regelmäßig ein, um sie auf ihre Gesundheit zu untersuchen. Frauen ohne Ausweis oder Paß wurden allerdings in den Gefängnissen von Eschenbach und Auerbach eingesperrt, bis man ihre Identität ermittelt hatte. Einigen Soldaten dauerte die Zeit der Enthaltsamkeit zu lange, sie täuschten in Eschenbach einen Feueralarm vor und befreiten die gefangenen Mädchen mittels eines
Feuerwehrwagens.“ (4, Seite 623)
In das früher nicht umzäunte Militärlager kamen jetzt deutsche Kriegsgefangene: Frauen, SS-Angehörige und normale Soldaten. Bis zu 30.000 Gefangene sollen sich zeitweise gleichzeitig hier aufgehalten haben. Als erstes mussten sie unterstrenger Bewachung das gesamte Areal mit einem Stacheldrahtzaun umgeben. Etwa alle 50 Meter wurde ein Wachturm errichtet, und nachts war das ganze Lager gleißend hell beleuchtet.

Der sicher (später) bekannteste Lagerinsasse war Günter Grass, der als knapp Achtzehnjähriger nach einer Verwundung in der Lausitz über Marienbad und Kloster Tepl nach Grafenwöhr kam.

Grass erhielt 1999 den Nobelpreis für Literatur und erinnerte anlässlich einer Lesung in Auerbach Ende 2003 an seinen Zwangsaufenthalt in Bernreuth. (6, Seite 30)

Das amerikanische Kriegsgefangenenlager im ehemaligen Westlager Bernreuth war nicht lange in Betrieb, denn schon im Laufe der nächsten Monate wurden die meisten Gefangenen aus der Gefangenschaft entlassen oder verlegt. Das Lager leerte sich allmählich wieder. Als 1946 die letzten Kriegsgefangenen – SS-Offiziere – nach Regensburg kamen, stand es schließlich leer.
Im März 1947 schickte die Lagerleitung des US-Internierungslagers Regensburg einen Trupp von 60 Gefangenen und 17 Wachsoldaten nach Bernreuth. Sie sollten Aufgaben im Straßenbau wahrnehmen und die Baracken abbrechen. Schon im Mai des gleichen Jahres waren 100 Baracken zerlegt und mit US-Trucks oder mit dem Zug vom Bahnhof Auerbach aus wegtransportiert worden.

Abbruch des Lagers
Da in den ersten Nachkriegsjahren praktisch alle Baustoffe sehr knapp oder überhaupt nicht erhältlich waren, blühte ein regelrechter Handel mit dem Abbruchmaterial des Lagers. Auch nach Auerbach kam sehr viel, u. a. wurden Backsteine der Barackenfundamente für den Neubau der Schule am Schwemmweiher erworben und verwendet.

Das neue Schulhaus
in Auerbach konnte
1951 bezogen werden.
Zum Bau waren auch
alte Backsteine
aus den Fundamenten
der Baracken
des ehemaligen
Westlagers Bernreuth
verwendet worden.

Dieses Foto (um 1955) zeigt rechts Teile von Nitzlbuch, links schließen sich die Häuser von Bernreuth neu an. Oben sind noch deutlich die Wege und Fundamente des ehemaligen Westlagers zu sehen. (Foto aus 5)

Heute erinnert vor Ort in der Natur praktisch nichts mehr an das „Westlager Bernreuth“, das es in seiner ursprünglich geplanten Form nie gegeben hat.

verwendete Quellen

1 Truppenübungsplatz Grafenwöhr, Chronik der ehemaligen Standortverwaltung Grafenwöhr, mehrere Ordner, unveröffentlicht
2 Griesbach, Eckehart, Truppenübungsplatz Grafenwöhr, Behringersdorf 1985
3 Archiv Willi Zinnbauer, Sorghof
4 Kugler, Hans-Jürgen, Nitzlbuch/Bernreuth, Auerbach 2000  (Bezugsquelle)
5 Archiv Hans-Jürgen Kugler, Auerbach
6 Müller, Markus, Trockenes Hausschwein und knurrender Magen, in Sulzbach-Rosenberger-Zeitung vom 16./17. Juli 2005
Burckhardt, Paul, Die Truppenübungsplätze Grafenwöhr, Hohenfels, Wildflecken, Weiden 1989
Mädl, Helmut, Die Geschichte des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr, 1980
Müller, Gerhard, 1. Oberpfälzer Kultur- und Militärmuseum  Grafenwöhr, Grafenwöhr 1990
Click go the shears boys
(australische Weise)

Für Ergänzungen, Korrekturen usw.
bin ich sehr dankbar.
Hier
können Sie mich erreichen!

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 1. Dezember 2010

Home Nach oben