|
| |
Das Südlager
"Mit dem Bau des Südlagers (Lager Vilseck) wurde das mit Erlaß des Oberkommandos
des Heeres vom 24.12.1936 ... gegründete Heeresbauamt Bayreuth, welches unweit
des Gutshofes Altneuhaus in einer Baracke eine Neubauleitung errichtete,
betraut. ... Das neue Lager am Südrand des erweiterten Truppenübungsplatzes
sollte Unterkünfte für ein Infanterie-Regiment und zwei Art. Abteilungen
bekommen, die auch gebaut worden sind. Unterkunftsstärke: 160 Offiziere, 4.045
Uffz. und Mannschaften sowie 1.125 Pferde."
 |
"Als Bauplatz
für das Südlager
- diese Bezeichnung
sollte es vom Ostlager
Grafenwöhr und dem
Westlager bei Bernreuth
unterscheiden - wurde
das Gebiet zwischen
Altneuhaus und Langenbruck
ausgewiesen." |
Zunächst wurden in Windeseile
zahlreiche Holzbaracken aufgebaut, die den Hunderten von Bauarbeitern als
Unterkunft dienten. Natürlich war auch für die notwendige Logistik gesorgt,
und über allem wehte die Fahne des sog. "3.
Reichs". (Foto aus 3)
.jpg)
Der Bau des eigentlichen Truppenlagers
begann dann am 1.Juli 1937. "Es wurde so angelegt, dass sich im westlichen
Teil die Truppenunterkünfte, Stallungen und Unterstell- und Wartungshallen für
die Artillerie befanden, während im östlichen Teil die Gebäude für die
Unterbringung eines Infanterieregiments mit Waffen und Gerät errichtete
wurden." (7, Seite 135)
2k.jpg)
3k.jpg)
"Im Juni 1938 war das Lager für die
obenangeführten Truppenstärken auch bezugsfertig." (6, Seite I/166f) Am
11. Juni 1938 zogen dann die ersten Truppen ein. "Die Fertigstellung des
letzten Bauabschnitts verzögerte sich jedoch bis zum Jahr 1941." (7, Seite
135) Schuld daran waren sicher, wie beim Westlager
Bernreuth, die Materialknappheit und der Ausbruch des 2. Weltkriegs am 1.
September 1939.

Eines der Stallgebäude der bespannten
Artillerie wurde bald zur Südlagerkapelle umgebaut und umfunktioniert. Die
Turmhaube stammte von der Kapelle des Hammergutes Altneuhaus, die Glocke von der
aus Altenweiher. (7, Seite 137)
1.jpg)
 |
Natürlich durfte
eine Kantine
für die Soldaten
nicht fehlen.
(Foto aus 4) |
"Die Baumaßnahmen waren noch nicht zu
Ende gebracht, als im September 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach. Auf allen
Truppenübungsplätzen wurden nun Feldeinheiten zusammengestellt. ... Zu den
vielen im Südlager aufgestellten und ausgebildeten Verbänden zählten im Jahr
1941 Teile der spanischen `Blauen
Division´ und später auch italienische und ungarische Einheiten." (7,
Seite 138)
Angehörige der
Blauen Division
in deutschen Uniformen
mit spanischen Abzeichen
und Schärpen |
 |
1944 wurden hier im Südlager mehrere deutsche
Panzereinheiten mit amerikanischen Waffen und Uniformen ausgerüstet; sie
sollten bei der Ardennenoffensive
hinter den feindlichen Linien Verwirrung stiften.
"Am späten Vormittag des 8. April 1945 - es war der Weiße Sonntag -
erlebte das Südlager den ersten und einzigen Luftangriff. Das Kommandanturgebäude
und mehrere Baracken wurden durch Brandbomben zerstört, zwölf Soldaten einer
ungarischen Einheit, die im Lager aufgestellt wurde, verloren bei diesem Angriff
ihr Leben. Der Großteil der tödlichen Last, 17 Sprengbomben, schlug in freiem
Gelände ein.
In dieser Endphase des Krieges war das Lager auch kurzfristig Durchgangsstation
für deutsche Truppenteile, die sich von Grafenwöhr aus nach Süden absetzten.
Darunter befanden sich General Guderians
Arbeitsstab für Panzer und Soldaten der Heeresabnahme- und Beschußstelle. Sie
waren vom Truppenübungsplatz abgezogen worden, um zwischen Auerbach und
Bernreuth eine Verteidigungslinie gegen die vorrückenden Amerikaner zu
errichten, mußten aber schon bald der gewaltigen Übermacht weichen.
 |
Der
2. Weltkrieg endete für das Südlager offiziell am 20. April 1945, als
der letzte deutsche Kommandant des Truppenübungsplatzes, Generalleutnant
Rupprecht, den Platz und alle dazugehörigen Einrichtungen den Amerikanern
übergab. |
Einen
Tag später rückten Einheiten der 71. Infanteriedivision der 3. US-Armee ohne
auf Widerstand zu stoßen in das Südlager ein. Die wenigen dort noch
verbliebenen deutschen Soldaten wurden gefangen genommen." (7, Seite 140)
Die Amerikaner im Südlager
Bald nach Kriegsende richteten die Amerikaner im Südlager Vilseck ein
Ausbildungszentrum für Panzereinheiten ein. Zum Gedenken an den am 30. März
1945 bei Paderborn gefallenen Kommandeur der 3. amerikanischen Panzerdivision,
Generalmajor Rose, erhielt das Südlager den Zusatz "Rose
Barracks".
k.jpg) |
Die Gebäude für
die Truppenteile, die
Wohneinheiten für die
Soldaten und ihre Familien,
sowie die dazugehörigen
Versorgungseinrichtungen
wurden in den letzten Jahren
ständig erweitert.
Heute geht die Bebauung
der "ROSE
BARRACKS"
fast unmittelbar an den
großen Hammerweiher.
Von Altneuhaus gibt es
praktisch keine Spur mehr. |
verwendete Quellen
| 1 |
Griesbach, Eckehart, Truppenübungsplatz Grafenwöhr, Behringersdorf 1985 |
| 2 |
Archiv Michael Hiller, Grafenwöhr |
| 3 |
Archiv Willi Zinnbauer, Sorghof |
| 4 |
Archiv Armin Knauer, Grafenwöhr |
| 5 |
Hierold, Eugen, Die Schulen Altneuhaus und
Sorghof, in Chronik der Stadt Vilseck, Vilseck 1981 |
| 6 |
Truppenübungsplatz Grafenwöhr,
Chronik der ehemaligen Standortverwaltung Grafenwöhr, mehrere Ordner, unveröffentlicht |
| 7 |
Burckhardt, Paul, Die Truppenübungsplätze Grafenwöhr, Hohenfels, Wildflecken,
Weiden 1989 |
| 8 |
Chronik der Ortschaft Sorghof, Sorghof 1988 |
|
Mädl, Helmut, Die Geschichte des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr, 1980 |
|
Müller, Gerhard, 1. Oberpfälzer Kultur- und Militärmuseum
Grafenwöhr, Grafenwöhr
1990 |
|
Kugler, Hans-Jürgen, Hopfenohe, Auerbach, 1997
(Bezugsquelle) |
|
|
 |
Schubert,
Franz (1797-1828)
Militärmarsch (opus 51,1) |

|
Für Ergänzungen, Korrekturen usw.
bin ich sehr dankbar.
Hier können Sie mich erreichen!
|

|
letzte Bearbeitung dieses Artikels am 21. April 2010

|