Regens Wagner
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125 Jahre
Regens Wagner Einrichtung
im Kloster Michelfeld

Am 22. Dezember 1885 erwarb Regens Wagner den größten Teil des ehemaligen Benediktinerklosters Michelfeld vom Staat. Aus diesem Anlass beging diese Regens-Wagner-Einrichtung 2010 ihr 125jähriges Bestehen. (vom Festakt am 18. Juni 2010, NN)

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Eine ausführliche Beschreibung über das Kloster Michelfeld und die Regens Wagner Einrichtung dort
finden Sie im 2021 erschienenen Buch 900 Jahre Kloster Michelfeld
(Quelle 6)

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Mit der Verkündigung der Auflösung der Benediktinerabtei Michelfeld im Zuge der Säkularisation am 23. April 1803 verloren Abt Maximilian Prechtl und seine Mönche ihre Heimat. Der Staat aber wurde neuer Eigentümer des gesamten klösterlichen Besitzes mit allen Gebäuden, der herrlichen Asamkirche und dem umfangreichen Grundbesitz von ca. 300 ha.


Kloster Michelfeld auf einer Ansichtskarte um 1900

Neue Nutzung der Klostergebäude
In den weiträumigen Klostergebäuden befanden sich zeitweise Wohnungen für u. a. Pfarrer, Kaplan, Lehrer und Förster, sowie die Schule. Der größte Teil aber stand leer und war einem allmählichen Verfall preisgegeben.

Johann Sebastian Neppenbacher,
1881 bis 1894 Pfarrer in Michelfeld,

wollte diesem schleichenden Untergang
des einst so stolzen Klosterkomplexes
nicht länger zusehen.

Auch der damalige Michelfelder Bürgermeister Georg Regn wollte die Gebäude unbedingt vor dem drohenden Ruin bewahren. Die fünf Götz-Geschwister stifteten ihre aus dem früheren Klosterbesitz stammenden Gründstücke beim Staubershammer zum Erhalt der ehemals benediktinischen Baulichkeiten.

„Taubstummenanstalt Michelfeld“
Der rührige Pfarrer Neppenbacher hörte, dass der Regens des Dillinger Priesterseminars Johann Evangelist Wagner sich mit dem Gedanken trage, ein Heim für erwachsene Taubstumme zu errichten. An diesen frommen und gelehrten Priester wandte sich Neppenbacher.

In dankbarer Erinnerung
an den Begründer
der gesamten Einrichtung
hängt dieses Bild von Regens
Johann Evangelist Wagner
im Eingangsbereich
des ehemaligen
Michelfelder Klosters.

Im Jahr 1847 war durch Regens Wagner
und Sr. Theresia Haselmayr in Dillingen
eine Schule für Frauen mit Hörbehinderung
eröffnet worden.
Damit legten vor 175 Jahren beide gemeinsam
den Grundstein für das heutige Regens-Wagner-Werk.

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Neues Buch über Regens Johann Evangelist Wagner und Sr. Theresia Haselmayr erschienen! (7)

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Gleichzeitig versuchte Pfarrer Neppenbacher auch den Bamberger Erzbischof Friedrich für seine Pläne und die des Regens Wagner  zu interessieren und zu gewinnen, was ihm auch gelang.
„Sechs Einrichtungen für taubstumme und geistesschwache Mädchen hatte ... Wagner in Bayern schon gegründet. ... So reiste er im Jahre 1882 mit zwei Dillinger Franziskanerinnen nach Michelfeld, das ehemalige Kloster zu besichtigen. ... Es war ein mutiger Entschluß, diese Gebäude zu kaufen und darin eine Taubstummenanstalt zu errichten. Schon am 29. Oktober 1884 zogen die ersten drei Schwestern mit elf erwachsenen Taubstummen ein. In dem leeren Kloster regte sich neues Leben.“ (2)
Der Kaufvertrag zwischen dem Staat und der Taubstummenanstalt wurde am 22. Dezember 1885 vor dem Notar in Auerbach geschlossen. Die Anstalt wurde darin für 1500 Mark, zu entrichten an die Pfarrstiftung Michelfeld, und mit der Übernahme der Baupflicht an den Schulgebäuden Eigentümerin des größten Teiles der ehemaligen Klostergebäude und eines Grundbesitzes von 1,237 ha. Durch die schon erwähnte Schenkung der Geschwister Barbara, Georg, Kunigunde, Maria und Theresia Götz von ca. 10 ha und eine weitere von Frau Christine Grüner über ca. 6 ha war auch ein wirtschaftlicher Grundstock gelegt.
„Im großen Festsaal der ehemaligen Prälatur wurden Stickrahmen und Nähtische aufgestellt und unter Leitung der Klosterfrauen fertigten taubstumme Mädchen mit fleißigen Händen kirchliche Gewänder von einfacher bis zu kunstvollendeter Ausführung. Wenn auch nicht geräuschvoll und glänzend nach außen, so gestaltete sich das Leben der Armen doch freude- und lichtvoll nach innen.“ (2)

Vorübergehend Heimat der Schulschwestern
"Böhmische Schulschwestern" von Marienbad hatten die Bekanntschaft mit der Michelfelder Oberin Schwester Neria gemacht. Als sie 1945 aus ihrem dortigen Mutterhaus und ihrer Heimat vertrieben wurden, erinnerte sich deren Provinzoberin Schwester Adolfine Proißl (+ 1986) an Michelfeld.

Die langjährige Michelfelder Oberin
Schwester Neria Winkelmaier OSF
(1887-1972) stammte aus Auerbach
und hat sich große Verdienste
um ihr Kloster gemacht.
Voller Dankbarkeit nahmen
die heimatvertriebenen
böhmischen Schulschwestern
ihr Angebot an und zogen
1946 nach Michelfeld
in das Kloster ein.

Hier fanden die Schulschwestern dann 1946 bis zum Umzug in ihr  neues Mutterhaus Auerbach (1953) eine vorübergehende Bleibe; ca. 80 Schwestern von ihnen lebten rund acht Jahre in einem Flügel der damaligen Taubstummenanstalt.

Gerne arbeiteten die böhmischen Schulschwestern
mit den Dillinger Franziskanerinnen in Michelfeld zusammen,
wie auf diesem Foto in der Klosterschusterei zu sehen ist.
Das "Piuszimmer" war der Speise- und Aufenthaltsraum der Gäste.

„Versorgungs- und Pflegeheim Michelfeld“
Der gesamte Gebäudekomplex des ehemaligen Benediktinerklosters Michelfeld wurde in den letzten Jahren mit enormem Kostenaufwand unter strenger Beachtung des Denkmalschutzes gründlich renoviert und, soweit durch die räumlichen Vorgaben möglich, großzügig und funktionell nach den heutigen Bedürfnissen eingerichtet erweitert.

Der Innenhof wurde ebenfalls grundlegend umgestaltet und bildet nun zusammen mit der imposanten Fassade von Kirche und Kloster einen harmonischen und schönen Anblick.

Im ehemaligen Schulhaus (1903 - 1969) wurde für Therapiezwecke und zur Erholung der Bewohner sogar ein modernes kleines Hallenbad eingebaut. Das frühere Schulhaus von Michelfeld links der Kirche ist im 1. Bauabschnitt der derzeitigen Generalsanierung,

Zuletzt entstanden am Ortsrand
von Michelfeld zur Saaß hin
mehrere Gebäude, in denen
Menschen mit Behinderung
nach modernsten Gesichtspunkten
wohnen, betreut und gefördert werden.
(Foto Eingang zur Förderstätte)
Die genaue Lage, auch der
Michelfelder Werkstätten
und des Wohn- und Pflegebereichs,
können untenstehendem Plan
und dem Wegweiser entnommen werden.

"... wichtige Veränderungen brachten die achtziger Jahre mit sich. Über die rein pflegerische Versorgung hinaus wurden sinnvolle Beschäftigungsangebote entwickelt. Ein wichtiger Meilenstein war hierbei 1985 die Errichtung von Fördergruppen. Hier erhalten Menschen mit schweren Behinderungen Bildungsangebote, die die einmal erreichten lebenspraktischen und sozialen Fertigkeiten festigen und ggf. erweitern sollen. Auch der Aufbau der Franziskus-Werkstätten war ein wichtiger Einschnitt. Menschen mit Behinderung, die in der Lage sind, eine wirtschaftlich verwertbare Arbeitsleistung zu erbringen, erhalten hier sozialrechtlich abgesicherte Arbeitsplätze." (3)

"Dienstleister für Menschen mit Behinderung"
Aus der Taubstummenanstalt und dem Pflegeheim entwickelte sich so in den vergangenen Jahren eine moderne integrative Einrichtung für erwachsene Frauen und - seit kurzem auch - Männer mit Behinderung. Die weitläufige Anlage des 1119 gegründeten ehemaligen Benediktinerklosters Michelfeld ist voll eingebunden in die Regens-Wagner-Einrichtung. (Wegweiser als .pdf)

Im Juni 2010 hatte Regens-Wagner-Michelfeld 240 Plätze für Menschen mit verschiedenen Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Außerdem verfügt das Haus über ein Pflegeheim nach SGB XI mit 30 Plätzen. Seit kurzem bietet die Einrichtung auch  "Ambulante Dienste für Menschen mit Behinderung" in Pegnitz (PeP) und im Landkreis Amberg-Sulzbach an.
Betreut wurden die Menschen mit Behinderung 2010 von über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit, sowie damals noch 11 Dillinger Franziskanerinnen.

"Regens Wagner Michelfeld heißt: für Menschen mit Behinderung da sein! Über 300 Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen unseres Hauses gehen diesem Auftrag in Voll- und Teilzeit nach. Die Vielseitigkeit der Aufgabenbereiche spiegelt sich auch in der Vielzahl der vertretenen Berufsgruppen im Haus wider. So arbeiten bei Regens Wagner Michelfeld HeilerziehungspflegerInnen und HeilerziehungspflegehelferInnen, KrankenpflegerInnen, Dipl.- Sozialpädagogen/innen, Dipl.-Pädagogen/innen und Dipl.-Psychologen/innen, Krankenschwestern, AltenpflegerInnen, ErzieherInnen, ErgotherapeutInnen sowie Hauswirtschaftlerinnen, Elektriker, Maurer, Maler, Verwaltungsangestellte, Landwirte, Damen-
schneiderinnen, Handstickerinnen und GärtnerInnen." (5)
Die Angebote von Landwirtschaft und Gartenbau können hier, die des Hofladens Maurushof hier eingesehen werden.
Auch für die Seelsorge und Freizeit und Erholung ist gesorgt.

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Fahnen- und Paramentenstickerei
Weithin bekannt war die Fahnen- und Paramentenstickerei, in der z.B. Vereine ihre kostbaren alten Fahnen restaurieren oder sich neue anfertigen lassen konnten.
Die von meistens taubstummen Mädchen und Frauen vor allem im Sticksaal (2. Stock rechts) ausgeführte Handstickerei ist inzwischen aufgelöst. Eine kleine Maschinenstickerei ist in die Werkstätten integriert.

Auch diese Fahne
des MGV 1884 Auerbach
wurde anno 1923
in der Stickerei
von Regens Wagner
im Kloster Michelfeld
angefertigt.

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Seit 2019 wird das ehemalige Kloster Michelfeld, heute Regens Wagner, umfangreich saniert. (NN)

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verwendete und weiterführende Quellen

1 „1119 - 1919  Kloster Michelfeld in der Oberpfalz“, Festschrift zur 800-Jahrfeier
2 „Versorgungs- und Pflegeheim“ (Hausprospekt)
3 Regens-Wagner-Einrichtung Michelfeld "... ich finde meinen Weg" (Hausprospekt 2002)
4 Schleicher, Anja, Kloster Michelfeld, Zulassungsarbeit, Universität Bayreuth, 2007
5 Hausprospekt 2010, Regens Wagner Michelfeld
6 Weber, Rudolf, 900 Jahre Kloster Michelfeld, Auerbach 209
7 Kuster, Nikolaus, Wenn der Funke überspringt, Patmos-Verlag 2022

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Wenn Sie Kontakt mit mir aufnehmen möchten,
können Sie mich hier
oder telefonisch unter 09643 683
erreichen.
Über Anregungen usw. freue ich mich.

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Vater unser ...

letzte Bearbeitung dieses Artikels am 15. Februar 2022

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