|
Das
Patenboot
SM AUERBACH/OPf.
(vormals SM NEPTUN)
 |
SM
bedeutet Schnelles Minensuchboot und meint eine Bootsklasse der deutschen
Bundesmarine.
|

Am 26. Februar 2010 lief die Auerbach/OPf
aus ihrem Heimathafen Kiel aus, um ins östliche Mittelmeer zu fahren. Dort wird
das Boot zusammen mit anderen im Rahmen
der UN-Mission UNIFIL
vor der libanesischen Küste operieren. An
Bord des Patenbootes der Stadt
Auerbach ist aber die nicht die Stammcrew, sondern die gesamte Besatzung der
"Siegburg".
 |
Die "Auerbacher"
verrichten derzeit
ihren Dienst
im
Austauschverfahren
auf dem Schwesterboot
M 1098 Siegburg. |

Die
Anfänge der Patenschaft
Die auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche Patenschaft der Stadt Auerbach in
der Oberpfalz über
die „Blauen Jungs“ von der fernen Ostsee hat schon einige Jahrzehnte auf dem
Buckel. Die erste Verbindung kam folgendermaßen
zustande: Im Rahmen einer Konzertreise nach England im Juni 1963 lernten die
Musiker der Auerbacher Knabenkapelle und ihre Betreuer wohl eher durch Zufall
im
britischen Marinestützpunkt Chatham die Marinesoldaten des deutschen Minensuchboots NEPTUN
kennen. Dieses Boot der Bundeswehr lag während einer Auslandsausbildung gerade
dort vor Anker; Heimathafen war bis 1967 Neustadt/Holstein. Der damalige 1. Vorsitzende der Kapelle Emil Kreuzer (1966 bis
1978 1. Bürgermeister, + 1990) und der Kommandant des Bootes Oberleutnant zur
See Joachim Rehberg schlossen schnell Freundschaft und legten dadurch den
Grundstein für die weitere Verbindung.
 |
Hildegard Kreuzer, die Witwe des ehemaligen Bürgermeisters
Emil Kreuzer zusammen mit Fregattenkapitän a. D. Joachim Rehberg (in der
Tracht der Knabenkapelle Auerbach) 2003 bei der Feier der 40. Wiederkehr der
Begründung der Patenschaft.
(Foto B. Grüner)
|
Nachdem dann am 27. September 1963 der Stadtrat einstimmig die Übernahme einer
Patenschaft auch formell beschlossen hatte, fand vom 19. bis 21. Oktober 1963
hier in Auerbach die große Patenschaftsfeier statt, an die sich Teilnehmer
noch gerne erinnern, vor allem auch an den geselligen Teil im damaligen "Schloßgarten".

Stolz
durchquerte die NEPTUN bis vor einem guten Jahrzehnt die Weltmeere. Viele
Auerbacher Gäste (hier 1987 Vorstandsmitglieder von
Stadtverband und Knabenkapelle: kniend Willi Gandt, stehend von links Josef
Merkl, Hermann Stauber, Georg Rudel, Alois Weiss, Rudi Weber (2. Bgm), Karl Gerstacker,
Franz Müller und Hubert Kleefeldt) schnupperten im Laufe der Jahre auf ihr und auf
dem Nachfolgeboot AUERBACH/OPF.
die raue Seeluft – für einige bei großer Windstärke ein unvergessliches
Erlebnis!
Das
Nachfolgeboot der NEPTUN wurde 1990 in Dienst gestellt und trägt den Namen Auerbach/OPf
 |
Das erste Minensuchboot
NEPTUN gehörte zum Typ der SCHÜTZE-Klasse,
einer Weiterentwicklung der im 2. Weltkrieg bewährten Räumboote. Es
wurde am 9.6.1960 auf diesen Namen getauft und steht nach der
Außerdiensetzung seit August 1990 bei der Marinekameradschaft Völklingen
an der Saar.
|
Ab 1985 wurden die Boote des 5.
Minensuchgeschwaders durch solche der HAMELN-Klasse
(343) ersetzt. Taufe und Stapellauf von SM AUERBACH/OPF war am 23. August
1990 in Lemwerder bei der Friedrich-Lürssen-Werft.
Diese Minensuchboote wiederum wurden dann zwischen 1999 und 2001 in den Bremer
Werften Friedrich-Lürssen und Abeking & Rasmussen zu Hohlstablenkbooten der
ENSDORF-Klasse (352) umgebaut.
|

|
Im
Oktober 2000 bekam der Minensucher drei kleinere Beiboote ("Seehunde"),
arbeitet nunmehr
im Troika-System und heißt seitdem
HL-Boot Auerbach/OPf. (HL steht für Hohlstablenkboot der
Klasse 352 oder Ensdorf-Klasse)
|
Dem 5. Minensuchgeschwader ist Teil
der "Einsatzflottille
1". Ihm gehören
die Boote
M 1090 Pegnitz, M 1092 Hameln, M 1093
Auerbach/Opf., M 1094 Ensdorf und M 1098
Siegburg an. "Zum Schutz gegen Magnetminen und aufgrund besserer
Splitterschutzeigenschaften bestehen die Bootskörper und alle wesentlichen
Anlagen aus amagnetischen und schockabsorbierenden Werkstoffen. Alle Anlagen und
Geräte sind darüber hinaus schockgelagert.
Die Hauptminenabwehrkomponente des Waffensystems stellen die SEEHUNDE dar. Das
Einsatzverfahren TROIKA PLUS sieht prinzipiell vor, bis zu vier dieser Drohnen
einzusetzen. Die Drohnen operieren abgesetzt von der eigentlichen Einheit (dem
Hohlstablenkboot beziehungsweise der Führungsplattform) auf vorgegebenen
Bahnen. Dort simulieren sie typische Schiffsgeräusche und Schiffsmagnetfelder.
Werden Minen zur Detonation gebracht, geschieht dies ohne Risiko für die
eigentliche Einheit und die Besatzung. Aufgrund der robusten Bauweise des
SEEHUNDES bleibt dieser weitgehend unbeschadet." (Quelle)
Die
Kommandanten der NEPTUN bzw. der AUERBACH/OPF
|
(Günther
Paul
Joachim
Rehberg
Winfried Konrad
Klaus Arndt
Klaus Herwig
Winfried Möller
Erhard Pfeiffer
Volker Spindelndreher
Christian Heise
Johannes Rathgens
Bernd Füser
Udo
Bünte
Kai
Paetau
Frank Rohde
Bernd Lukas
Marco Fröhlich
Holger Klatte
Thorsten Wedig |
1960 -
1961)
1961 -
1964
1964 -
1966
1966 -
1968
1968 -
1970
1970 -
1972
1972 -
1975
1975 -
1981
1981 -
1984
1984 -
1986
1986 -
1989
1989
- 1993
1993
- 1995
1995 -
2000
2000 -
2003
2003 -
2006
2006 - 2008
2008 - |
Die
Patenschaft heute
Seit nunmehr fast
5 Jahrzehnten wurden unzählige Besuche und Gegenbesuche über
immerhin fast 900 km Entfernung abgestattet und zahllose Freundschaften
geschlossen. Besonders die Knabenkapelle pflegt die guten Kontakte mit dem Boot
und den Seeleuten in Kappeln-Olpenitz, dem Heimathafen des Bootes bis 2006. Auch
die Nachfolger Kreuzers als Vorsitzende des Jugendorchesters, Josef Merkl (seit
1981) und Elmar Hamerla
(seit 2005) führten bzw. führen die traditionelle
Verbundenheit mit dem Patenboot der Bundesmarine
an der Ostsee weiter.
Zum 1. Juli 2006 wurde der Marinestandort Kappeln-Olpenitz
aufgelöst, und die AUERBACH hat nun Kiel als
Heimathafen.
 |
Am Auerbacher Stadtweiher erinnert eine
"Tonne" seit einigen Jahren an die Verbindung mit dem Patenboot.
Dieses Seezeichen stand früher in der Schlei bei
Kappeln-Olpenitz an der Ostsee. |
Praktisch bei allen Bürgerfesten und auch zu
vielen anderen Anlässen waren bisher „unsere
Seeleute“ immer mit großen Abordnungen anwesend und haben viel zu einem guten
Gelingen zahlreicher Veranstaltungen beigetragen.
|
Zur Erinnerung an die Übernahme
der Patenschaft vor 40 Jahren
wurde beim Jubiläum 2003
ein Teil des Franz-Josef-Strauß-Platzes
(ehemaliges Bahnhofsgelände)
in Neptunplatz umbenannt.
(Foto B. Grüner, 2003)
|
 |

Zurück
in der Heimat

Seit Anfang September 2007 befand sich
das Patenboot
der Stadt Auerbach i.d.OPf.
mit seiner gesamten Besatzung
im Rahmen
der UNIFIL-Mission
auf Einsatz
im
Mittelmeer vor dem Libanon
(Ministerbesuch)

Im August 2008 kehrten alle
Seeleute
(Mannschaften,
Unteroffiziere,
Bootsleute
und Offiziere)
wieder gesund in ihren Heimathafen Kiel
zurück!
(Foto
Mai 2007, Bericht von Heimkehr)


Ahoi
aus der Patenstadt Auerbach,
und "immer
eine Handbreit Wasser
unter dem Kiel"!


 |
Wenn Sie Kontakt mit mir aufnehmen möchten, können Sie mich hier
erreichen oder telefonisch unter 09643 683.
|
letzte
Bearbeitung dieses Artikels am 28. Februar 2010

|