Asamkirche
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Die Asamkirche Michelfeld

Die Bauarbeiten an der heutigen Pfarrkirche der Gemeinde Michelfeld wurden wohl schon vor 1690 in Angriff genommen. 1697 gilt als Jahr der baulichen Fertigstellung. Die künstlerische Ausgestaltung durch die Geschwister Asam begann jedoch erst im Jahre 1717, nachdem unter Abt Wolfgang Rinswerger (reg. 1706-1721) verschiedene Änderungen in der Bausubstanz vorgenommen worden waren. (nach 2)

Fertig mit ihrer kunstvollen Arbeit
waren die Asam wohl 1721,
wie die lateinischen Ziffern
des Chronogramms
über dem Hochaltarbild ergeben.
Die herrliche Asamkirche
hatte im Wesentlichen
ihr heutiges Aussehen erhalten.

So durfe im Jahr 2011 das kleine Jubiläum "290 Jahre Asamkirche Michelfeld" begangen werden. Heuer, 2016, sind es dann 295 Jahre ...

Patron Johannes der Evangelist

Durch dieses Portal im Turmfuß
an der Westfassade des Klosterkomplexes
gelangt man in das Innere der  Asamkirche.
Auf der linken Seite Kaiser Heinrich II.,
rechts seine Gemahlin Kunigunde;
beide zusammen sind Bistumspatrone
der Erzdiözese Bamberg.
Das Patrozinium des Gotteshauses
wird am 27. Dezember,
dem kirchlichen Gedenktag
an den Evangelisten Johannes, begangen.
Die Michelfelder können deshalb
einen "3. Weihnachtsfeiertag" begehen.

"Das Benediktinerkloster Michelfeld ist eine der vielen Klostergründungen des großen Bamberger Bischofs Otto des Heiligen im Verlauf der Rodung im bayerischen Nordgau." (1, Seite 2) Die Gründungsurkunde stammt vom 6. Mai 1119.
Genau auf den Tag ein Jahr später, am 6. Mai 1120, weihte Bischof Otto die erste Klosterkirche und gab ihr den heiligen Evangelisten Johannes als Patron. Der christlichen Überlieferung nach sind der Apostel ("Lieblingsjünger") Johannes und der Evangelist Johannes identisch.

Diese Zeichnung von 1522/23 ist die wohl älteste bisher bekannte  Ansicht des Michelfelder Klosters mit der in dieser Form nicht mehr erhaltenen Kirche links.

Die wechselvolle Geschichte dieses Klosters erreichte ihren ersten  Tiefpunkt in der so genannten Reformationszeit mit der Auflösung der oberpfälzischen Klöster durch den Pfälzer Kurfürsten Ottheinrich im Jahre 1556. Erst gut 100 Jahre später, nachdem die Oberpfalz 1620 bzw. 1628 mitsamt der Kurwürde an den bayerischen Herzog  Maximilian  (1597-1651) gewechselt hatte, trafen nach der Wiederherstellung der oberpfälzischen Klöster unter Kurfürst Ferdinand Maria (1651 - 1679) vier Mönche aus Oberaltaich am 10. Dezember 1661 zur Wiederinstandsetzung und Neubesetzung des Klosters in Michelfeld ein.
"Was diese Mönche an Baulichkeiten in Michelfeld vorfanden, wird sich sicherlich in einem diesen wirren Zeiten entsprechenden Zustand befunden haben. Bildersturm und Dreißigjähriger Krieg waren über Michelfeld hinweggegangen und hatten ihre Spuren hinterlassen."
(2, Seite 106) Es war viel zu tun in dieser schweren Zeit, und zuerst musste das Kloster wieder bewohnbar gemacht werden.
"Ab 1685/86 begannen im Kloster die Bauarbeiten mit der Einrichtung des Priorats, des Subpriorats und von 20 Zellen, die 1692 vollendet waren. Dann folgte die Kirche, vor allem 1690-95."
(1, Seite 3)
Vergleiche mit den etwa zeitgleich entstandenen Bauten in Waldsassen und Speinshart lassen den Schluss zu, dass auch in Michelfeld die Brüder Georg, Leonhard und Wolfgang Dientzenhofer mitgewirkt haben müssen; natürlich arbeiteten sie im damals zeitgemäßen Barockstil.  Als Baumeister vor Ort fungierte der in Michelfeld ansässige Klostermaurermeister Christof Grantauer, der zudem ein Verwandter von Wolfgang Dientzenhofer gewesen sein soll.
Schließlich wurde Albert Stöckl (1695-1706) zum ersten Abt von Michelfeld nach der Aufhebung geweiht. Er und vor allem sein Nachfolger Abt Wolfgang Rinswerger (1707-21) aus dem berühmten Benediktinerkloster Tegernsee forcierten nun auch den weiteren Ausbau der Klosterkirche.

Abt Wolfgang, dessen Wappenbild an der rückwärtigen Orgelbrüstung der ehemaligen Kloster- und heutigen Pfarrkirche zu sehen ist, holte die Geschwister Asam aus seiner oberbayerischen Heimat nach Michelfeld.

Die Asam
Die Geschichte "dieser bayerischen Familie beginnt mit Georg Asam, dem Vater, der als Klostermaler tätig war und sowohl in Bayern als auch in Venedig studiert haben soll. Von den neun Kindern, die aus seiner Ehe hervorgingen, setzten zwei Söhne sein künstlerisches Erbe fort: der Maler und Architekt Cosmas Damian und der Stuckateur und Bildhauer Egid Quirin." (5, Seite 7)

Georg Asam 10.10.1649 - 7.3.1711 (+ und begraben in Sulzbach-Rosenberg)

Cosmas Damian Asam 28.9.1686 - 10.5.1739

Egid Quirin Asam 1.9.1692 - 20.4.1750

Zahlreiche Werke in unserer Gegend künden von der überaus großen Schaffenskraft der Künstlerfamilie Asam.

In der Michelfelder Klosterkirche haben Cosmas Damian 1717/18 die herrlichen Fresken und sein Bruder Egid Quirin 1720/21 den Hochaltar und verschiedene Stuckfiguren geschaffen. Ihre Schwester half bei den Vergoldungsarbeiten. Alle drei sind im Hochaltarbild verewigt:

Der Überlieferung nach ist in der Abendmahlsszene des Hochaltarbildes links Cosmas Damian, der mit der linken Hand auf den Tabernakel zeigt, rechts mit freiem Oberkörper und einem Gefäß in der Hand Egid Quirin und hinter diesem Maria Salome, die Schwester der beiden sicher berühmteren Asambrüder.

"Mit einfachen Mitteln schuf Cosmas Damian Asam den wirkungsvollen, farbig geschmackvoll abgestuften Hochaltar mit den für ihn stilistisch charakteristischen Formelementen: sich öffnende Schrägstellung der beiden gedrehten Säulen mit gerilltem Muster in der Mitte (Nachbildung der Berninisäulen in der Peterskirche in Rom); persönlich formulierte Kapitäle, dunkeltöniges hohes Gebälk mit kräftigen Voluten, abschließendes Mittelstück mit typischem Kassettenmuster; darüber in den Wolken plastisch Gott Vater mit Engeln. Das Gemälde von Cosmas Damian Asam verbindet den liturgischen Hinweis auf das Abendmahl mit der Betonung des Lieblingsjüngers des Herrn, Johannes des Evangelisten, des Kirchenpatrons." (1, S. 7)

Das Chronogramm
über dem  Hochaltarbild
ergibt die Zahl 1721:
DDCCCCCCLLVVVIIIIII
In jenem Jahr 1721 wurde
die künstlerische Ausgestaltung
durch die Geschwister Asam
abgeschlossen.

Die folgende Beschreibung der Michelfelder Asamkirche stammt aus dem Standardwerk von Georg Hager. (3)

"Die ehemalige Klosterkirche ist eine sehr einfache Anlage. Der Chor rechteckig, gerade geschlossen. Langhaus mit drei Seitenkapellen zwischen eingezogenen Pfeilern, über den Kapellen Emporen. In der Längsachse westlich der Turm, etwas vorspringend. Im Hauptraum des Langhauses gedrücktes Tonnengewölbe mit Stichkappen, in den Kapellen und Emporen gedrückte Quertonnen. Den eingezogenen Pfeilern sind gekuppelte Pilaster mit korinthisierenden Kapitellen vorgesetzt. Darüber Gesimsstücke. Im Chor nur ein Holzgewölbe in Form einer böhmischen Kappe. Vollrunde rotmarmorierte Säulen in den vier Chorecken, über welchen sich das Gesims verkröpft, sind funktionslos; sie deuten darauf hin, dass im Chor ein Steingewölbe beabsichtigt war.
Die Innendekoration besteht in Stukkaturen und (entsprechend den vier Jochen) vier großen Deckengemälden.
Die Stukkaturen zeigen Kartuschen und als charakteristisches Leitmotiv dünnes Laub- und Bandwerk mit Blattschnüren und Zweigen, Engelchen, allegorische Gestalten, weiß auf grünlichem Grund. Das Blattwerk geschickt und lebendig modelliert. Dazu an den Wänden der Seitenkapellen lebensgroße Heiligenfiguren der vierzehn Nothelfer, aus Stuck, recht manieriert und wenig befriedigend.
Den Hauptschmuck bilden die Deckengemälde. Das Chorgewölbe ist ganz bemalt." (3, Seite 67 f)

"Die Malerei fingiert hier eine Kuppel mit der Verklärung der Seligen; in den gemalten Zwickeln die vier Evangelisten, grau in grau, oben der hl. Geist herabschwebend; auf den gemalten Gesimsen der Kuppel Frauengestalten, wohl aus der Apokalypse." (3, Seite 68)
Hier irrt Hager, denn die genannten "Frauengestalten" symbolisieren die sieben Gaben des Heiligen Geistes. Dieser Hinweis, sowie die folgenden vier Fotos und deren Erklärungen stammen von Herrn Bernhard Nerbe aus Würzburg. Danke!

Geist der Frömmigkeit
(brennendes Gefäß in der Hand)

Geist der Stärke
(Säule)

Geist des Verstandes
(Spiegel)
Geist der Weisheit
(Stab mit Sonne)
Geist des Rates
(rechte Hand hält ein Buch, bei der linken sind Daumen und Zeigefinger gespreizt, im Hintergrund ein Januskopf rechts neben dem Kopf der Frau)

Geist der Wissenschaft
(Fernrohr)
Geist der Gottesfurcht
(abwehrende Handbewegung)

"Die drei Deckengemälde im Langhaus stellen dar von Westen nach Osten die Anbetung der Hirten, Christus am Ölberg, die Auferstehung Christi.

Am farbenfrohsten und besten die Anbetung der Hirten, welche auch die Signatur des Malers C. D. Asam 1717 trägt. Die Hirten blasen Schalmeien, die oben schwebenden Engelchen Flöten; wohl auch in Anspielung auf den darunter befindlichen Orgel- oder Musikchor." (3, S. 68)

Das mittlere Deckenfresko im Hauptschiff zeigt "Christus am Ölberg. Links erscheint der tröstende Engel, rechts die Häscherschar. Es ist bemerkenswert, dass im Barock hier auf die Verlassenheit Christi, seine Leiden, die durch unsere Sünden bedingt waren, und seine Gottergebenheit hingewiesen wird. Die kreisförmige Ausbuchtung des Gemäldes vermittelt den Zentralisierenden Charakter dieses Bildes in der Mitte." (1, S. 12 f)

Das erste Fresko nach dem Chorraum stellt die Auferstehung Jesu dar. "Die Wächter im Vordergrund; links der Grabengel; im Grabe Jesu sinkt der Tod, abgewehrt von einem Engel, zusammen. ... Die Malerei geht in Stuck über: Lanzenschaft des Wächters aus Holz, der Arm dieses Wächters ist aus Stuck angesetzt." (1, Seite 12)

Rechts und links des Hauptschiffs befinden sich je drei Seitenkapellen. Davon weisen die an der Nordseite Fenster auf, während die an der gegenüberliegenden, unmittelbar am Kloster angebauten Altarblätter haben. Die Seitenaltäre dürften bereits 1715 fertig gewesen sein, denn in diesem Jahr suchte das Kloster um deren Weihe nach.
"Die großräumig angelegten Kapellen sind jeweils reich ausgestattet: mit Deckenstuck und kleinen Deckenbildern; Gurtbogen auf Pilastern sind am Anfang und Ende jeder Kapelle eingefügt, nach dem Prinzip der erleichternden Verjüngung rückwärts jedoch nur halb so breit; an den Seitenwänden auf Konsolen lebensgroße Barockfiguren, die die 14 Nothelfer darstellen, wohl von Egid Quirin Asam und Mitarbeitern; diese Figuren, z. T. bravourös entworfene Skulpturen, zu größerem Teil einfache Schülerarbeiten, ziehen sich programmatisch durch alle Kapellen und verbinden diese gedanklich (frühes Beispiel in Süddeutschland; …). Die Altarkompositionen stammen von geübter, unbekannter Hand.

Rechts an den Chorraum anschließend die Benediktskapelle: Das Altarbild zeigt den Triumph des hl. Ordensgründers, unter dem Altarbild in gläsernem Schrein Reliquien des hl. Martyrers Innozenz (aus der Callistus-Katakombe in Rom). An den Seitenwänden die Figuren des hl. Dionysius (links; Foto) und des hl. Ägid (rechts)."
Der hl. Bischof Dionysius wird, wie üblich, auch hier mit seinem abgeschlagenen Kopf im Arm dargestellt; die Statue ist also nicht "beschädigt".

"An dem Pfeiler, der die Benediktskapelle von der anschließenden Marienkapelle trennt, die Kanzel aus rötlichem Stuckmarmor mit der Darstellung von Glaube, Hoffnung und Liebe (Medaillons). Im Kanzeldeckel die Taube der hl. Geistes, auf dem Deckel Figur des hl. Paulus. Die Kanzel steht hier ausnahmsweise auf der Epistelseite, gegenüber dem Abtthron im Chor.

Unter der Kanzel
an bevorzugter Stelle
der Taufstein aus Marmor
mit interessantem Aufbau:
Der verbotene Baum im Paradiese
mit Schlange als Hinweis
auf den ersten Sündenfall,
darüber eine Darstellung der Taufe Christi.
(Hier steht der beschriebene Deckel
des Taufsteins wegen einer Taufe
in der Nische des
Benediktusaltares.)

Das großangelegte Altarblatt der Marienkapelle stellt die Übergabe des Rosenkranzes an den hl. Dominikus dar; links unten der Rosenkranz als Trost der Sterbenden, rechts die Heilswirkung des Rosenkranzes auf die Seelen im Fegfeuer. Unter dem Altarblatt unter einem hölzernen Baldachin eine Kopie des Gnadenbildes der Wessobrunner Madonna (Inschrift: Deliciae Benedictinae Wessefont. in Michelfeld derivatae. A. D. 1726). Links Altar-Statue des hl. Joachim, rechts der hl. Anna. Die Tabernakelnische in japanisch-chinesischem Stil, Altarkreuz mit Elfenbein-Corpus. An der linken Seitenwand der hl. Georg, auf dem Oberarm, in den Falten des Gewandes kunstvoll eingearbeitet, die Gesichtszüge von C. D. Asam, gegenüber der hl. Pantaleon. - Anschließend St.-Otto-Kapelle. Altarblatt: Graf Berengar von Sulzbach übergibt dem hl. Otto den Plan des Klosters, den dieser an den 1. Abt Imbriko weiterreicht. Darüber rechts der Ordensvater St. Benedikt, links die Mutter Gottes. Beiderseits des Altarblattes Statuen: rechts der hl. Sebastian, links der hl. Florian. An der linken Seitenwand Figur des hl. Vitus, rechts St. Barbara (gut komponiert).

Der Faltenwurf
auf dem rechten Oberarm
des hl. Florian
lässt unschwer das Gesicht
des E. Quirin Asam,
das auch auf dem Altarblatt
des Hochaltares begegnet,
erkennen.

Links neben dem Eingang, der durch ein schmiedeeisernes Gitter von der Vorhalle abgeschlossen wird, im Aufsatz des Beichtstuhls Ölbild: der rechte Schächer. Über dem Beichtstuhl Figur der hl. Margarete. An der Nordseite des Langhauses liegen (von rückwärts zum Hochaltar) nach einem der großen und reichverzierten Barockbeichtstühle (mit Statue des hl. Cyriakus): Die Nepomuk-Kapelle. Monstranz mit der Zunge des Heiligen. An den Seitenwänden rechts der hl. Christophorus, links die hl. Katharina.

In der anschließenden Kapelle auf dem Altar sehr gute Darstellung der schmerzhaften Muttergottes. (Foto links)
2 Reliquiare. An den Seitenwänden rechts der hl. Achatius, links der hl. Eustachius. Im Aufsatz des Beichtstuhls am Pfeiler Ölbild: Der hl. Petrus als Träger der Binde- und Lösegewalt.
In der Scholastika - Kapelle bemerkenswert 3 Reliquiare, in der Mitte Kopie des Gnadenbildes Christus in der Wies in Barockrahmen. Rechts Statue des hl. Blasius, gegenüber der Schifferpatron Erasmus (mit Winde und
Schiffsseil)." (1, Seite 9 ff)

"Die Wände sind auf zwei Meter Höhe mit Spalier verkleidet, im Muschelwerkrokokostil, mit bunten großen Blumenvasen, die auf gelbbräunlich gemusterten Leinwandgrund gemalt sind." (3, Seite 68)
"Frater Denzler aus Michelfeld wird der Orgelprospekt zugeschrieben, der um 1760 eingebaut wurde.

Vermutlich in der Zeit des Abtes Ägidius Bartscherer (1783-1799) wurde die Ausstattung der Kirche nun in frühklassizistischen Formen ergänzt. Darunter sind u. a. hervorzuheben: der neue Tabernakel sowie Veränderungen am Hochaltar und die Verkleidung der Seitenwände des Chores." (2, Seite 112)
Nebenstehendes Foto zeigt die Südwand des Chorraums: unten in der Mitte der Seitenverkleidung ist ein Durchgang ins Kloster, darüber ein Chörlein mit einem reich verzierten Gitter des Spätrokokos und ganz oben ein weiteres, vielleicht einst dem Abt vorbehaltenes.

Bemerkenswert ist auch die Sakristei an der Ostseite hinter dem Hochaltar; sie umfasst mit knapp 15 m die gesamte Breite der Kirche und ist immerhin auch rund 8 m tief. "Wie in anderen Klöstern, zum Beispiel Niederalteich, zieht sich auch in Michelfeld die Sakristei in ganzer Breite neben dem Chorraum hin. ... Die Größe kommt daher, dass zu der Zeit des Benediktinerordens bis zu 40 Mönche gleichzeitig darin Platz finden mussten."  (7, Seite 27)
Durch zwei Türen zu beiden Seiten des Hochaltars gelangt man in den großen, mit einer schönen Stuckdecke versehenen Raum.

An den Seitenwänden der Sakristei befinden sich mehrere gut erhaltene und hergerichtete alte Schränke für die verschiedenen liturgischen Gewänder und Geräte. An einem davon zur Aufbewahrung u.a. der Messkelche findet man im Aufsatz nebenstehende Schnitzerei mit dem Wappen des Klosters (oben) und einer Darstellung des Gnadenstuhls: Gott Vater hält seinen Sohn mit dem Kreuz in den Händen, dazu der Heilige Geist in Gestalt einer Taube. 

Nach der umfangreichen, sehr aufwändigen und gut gelungenen Restaurierung, die 1997 abgeschlossen werden konnte, steht die prachtvolle barocke Kirche wieder voll der gottesdienstlichen Nutzung zur Verfügung "und bietet dem Betrachter einen Eindruck von der Religiosität und künstlerischen Ausdruckskraft seiner Erbauer an der Wende des 17. zum 18. Jahrhundert". (2, S. 113)

Für sachkundige Kirchenführungen können sich Interessierte an Herrn Luitpold Dietl, Am Flembach 2, Tel. 09643 1511 in Michelfeld wenden. Von ihm stammen dankenswerterweise auch gute Hinweise und einige Fotos über Michelfeld. Herr Dietl hat auch einen Schlüssel zur Kirche, denn aus Sicherheitsgründen ist diese meistens nur bis zu diesem kunstvollen Gitter offen.

"Auch wer möglicherweise von den Asambrüdern noch nichts gehört hat - ihre Arbeiten sind weit bekannt." (4, S. 7)
Weitere Asam-Werke finden sich u. a. im Kloster Weltenburg, in der Kirche von Altenmarkt (Ortsteil von Osterhofen), im Kloster Ensdorf, in der Stadt Velburg (u.a. Kirchen in Deusmauer und Günching), im Dom St. Jakob zu Innsbruck,  im Schloss Alteglofsheim, in der Basilika St. Emmeram in Regensburg, im Münster "St. Martin und Oswald" in Weingarten, in der Marienkirche in Ingolstadt, in der Stiftskirche zu Maria Einsiedeln, in der Abteikirche "Maria Himmelfahrt" in Rohr, in der Asamkirche "St. Johann Nepomuk" in München, in der Marienkirche des ehemaligen Zisterzienserklosters Fürstenfeld und in der Marienkirche von Aldersbach.

Die Asamkirche in Michelfeld ist nicht nur ein kunsthistorisch bedeutendes Werk, sondern vor allem ein Gotteshaus und seit über 200 Jahren die Pfarrkirche der Gemeinde.

verwendete und weiterführende Quellen

1 Michelfeld in der Oberpfalz, Schnell Kunstführer Nr. 747
2 van Beek, Herbert, Ehemalige Benediktinerklosterkirche St. Johannes Evangelista, in Festbuch "875 Jahre Pfarrei Michelfeld", 1996
3 Hager, Georg, Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz & Regensburg, Band XI, Bezirksamt Eschenbach, München 1909
4 Greindl, Gabriele, Barock in Ostbayern - Die Brüder Asam
HB-Bildatlas, Hamburg 1986
5 Die Brüder Asam, Barock in Ostbayern und Böhmen, Herausgeber Tourismusverband Ostbayern
6 Schleicher, Anja, Kloster Michelfeld, Zulassungsarbeit, Universität Bayreuth, 2007

Für Ergänzungen, Korrekturen usw.
bin ich sehr dankbar.
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letzte Bearbeitung dieses Artikels am 23. März 2016

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