|
| |
Die Post in Auerbach
Kurfürst
Karl Theodor (re. 1777-1799) trieb den Ausbau der Straßen auch in der Oberpfalz
foran. Mit der Fertigstellung der "erhöhten Poststraße" zwischen
Amberg und Bayreuth kam nach Kirchenthumbach eine Poststation, und dieser war
die Stadt Auerbach bis zum Jahre 1851 zugeteilt. "In Auerbach war man mit
der Thumbacher Post sehr zufrieden, obwohl der Betrieb höchst patriarchalisch
war. Kamen nämlich in Kirchenthumbach Briefe an, so brachte sie eine Bötin,
die Postkathl, in einem Buckelkorb nach Auerbach an die Adressaten, die ihr als
Obolus einen Kreuzer, den Briefkreuzer, zu entrichten hatten. Sie brachte auch
die kleineren Postpakete bis zu 3 Pfund mit nach Auerbach und verlangte für
jedes einen Groschen Botenlohn. Schwere Pakete mußte der Adressat, der einen
Avis erhielt, selbst in Thumbach abholen. Die Postkathl nahm auch Briefe und
Pakete gegen Entschädigung auf dem Retourweg mit zur Post nach Thumbach. Es
kamen aber wenig Briefe und Pakete an, fortgeschickt wurden noch weniger. Dieses
primitive Postwesen dauerte bis 1851 fort und man war damit zufrieden. Nur darüber
ärgerte man sich, daß auf den Adressen nur stand Auerbach bei
Kirchenthumbach. Dies fühlte man als beleidigende Zurücksetzung." (1,
Seite 352f)
Am
1. Juli 1851 wurde in Auerbach eine eigene Brief- und Fahrpostexpedition
errichtet und die Postfahrstrecke von Auerbach nach Kirchenthumbach eröffnet.
Dies war ein großer Fortschritt für die Stadt und ihr Umland.
Erster Postexpeditor in Auerbach war der Apotheker Joseph Vanselow. Die ersten
drei Postexpeditoren (1851-1902) in Auerbach waren Bürger, denen dieses Amt
übertragen wurde, und das sie nebenamtlich ausübten.
 |
Das erste Postlokal
wurde, wie üblich, im Haus
des Postexpeditors eingerichtet.
Im
Haus von Vanselow Nr. 103
(heute Unterer Markt 1, Stadtapotheke)
war deshalb vom 1. Juli 1851 bis zum
1. Oktober 1857 das Postlokal.
|
Nachfolger des Apothekers Vanselow als Postexpeditor auf Dienstvertrag
war von 1857 bis 1863 der Schneidermeister und
Landwehrhauptmann Johannes Frohnhöfer. In seinem Haus Nr. 64 (heute
Pfarrstraße 8) war das Postlokal bis 1857 bis 1885.
|
Der Name "Cafe Postillon"
des
geschmackvoll eingerichteten und
gemütlichen kleinen Lokals
in der
Pfarrstraße erinnert daran,
dass in diesem Haus fast zwei Jahrzehnte
die
Auerbacher Post
untergebracht war. |
 |
Der
dritte und zugleich letzte bürgerliche Postexpeditor war Joseph Neumüller von
Haus Nr. 234 (heute Oberer Marktplatz 10). Dieser heiratete 1863 Gertraud, die
Tochter des Frohnhöfer, und übernahm damit auch dessen Anwesen und die
Postexpedition.
Nachdem sich der Postverkehr immer besser entwickelte und dadurch auch ein größerer
Poststall für 6 Pferde mit der Expedition verbunden wurde, mietete Neumüller
1885 das sogenannte Schenklhaus Nr. 72 (heute Oberer Marktplatz 17) und verlegte
die Post dorthin. Hier blieb sie dann auch bis zum Tode des Postexpeditors
Joseph Neumüller 1902.
 |
Ein solches Schild
wird auch am jeweiligen Postlokal
in Auerbach angebracht gewesen sein.
Das Wappenschild des Königreichs
Bayern,
verwendet 1806 bis 1918,
zeigt oben von links das Wappen der Pfalz,
oben rechts das von Franken,
unten rechts das von Veldenz,
sowie unten links das von Schwaben.
Die Rauten im Herzschild stammen von
den Grafen von Bogen. |
Den Poststall und die Versorgung der Rösser übernahm 1902 der Schwanenwirt
Fellner von Haus Nr. 69 (heute Oberer Marktplatz 14), die Postexpedition aber
kam in das Haus Nr. 93 (heute Oberer Marktplatz 12), das der Kirchenstiftung
gehörte. Seit dem Jahr 1902 waren
die Postexpeditoren
in Auerbach staatlich
angestellt.
 |
Dieses im Volksmund noch heute als
"Alte Post"
bekannte Haus am oberen Marktplatz
beherbergte 1902
bis 1927
das Auerbacher Postlokal. |
 |
Rationalisierungsmaßnahmen
der Deutschen
Post warfen
etwa ab der Jahrtausendwende
dunkle und drohende Schatten
auf das Auerbacher Postamt
in der Bahnhofstraße.
|
Am
15. November 2004 schließlich wurde das hiesige Postamt nach über 150 Jahren seines
Bestehens geschlossen. Postgeschäfte können seither in einer
"Postagentur" in der Marktpassage (Unterer Markt) erledigt werden.
Über mir leihweise zur
Verfügung gestellte
Fotos und Informationen
über das Postwesen in Auerbach
würde ich mich sehr freuen, denn ...
... daran arbeite ich gerade.

Bitte etwas Geduld.
verwendete Quellen
| 1 |
Köstler, Joseph, Chronik der Stadt Auerbach,
27 handgeschriebene Bände, Auerbach um 1910, hier Band XV B |
| 2 |
Kugler,
Hans-Jürgen, Auerbach in der Oberpfalz - Die Geschichte seiner Häuser
und Familien, Band 1, Auerbach 2008 |
|
|
letzte Bearbeitung dieses Artikels am 29.12.2011
|

|
Hoch auf dem gelben Wagen
Text: Rudolf
Baumbach (1840–1905) (Gedicht Der Wagen rollt)
Melodie: 1922 von dem Berliner Apotheker Heinz Höhne (1892–1968) |

|
Für Ergänzungen, Korrekturen usw.
bin ich sehr dankbar.
Hier können Sie mich erreichen!
|

|
|